Bleki und Folti sind gemeinsam alt geworden. Ein eigenes Zuhause war ihnen nie vergönnt – das Tierheim wurde zu ihrer Welt, zu dem Ort, der ihnen Sicherheit und Verlässlichkeit schenkt. Die täglichen Abläufe kennen sie in- und auswendig, sie geben ihnen Halt.
Ihre Schritte sind langsamer geworden, ihre Bewegungen unsicher. Doch eines hat sich nie verändert: Wo der eine ist, ist auch der andere. Öffnet sich die Zwingertür, scheint die Zeit für einen Moment stillzustehen. Plötzlich wirken sie wieder jung, vergessen Alter und Wehwehchen und hüpfen voller Freude hinaus.
Es rührt zutiefst, die beiden zu beobachten. Ein stiller Trost liegt darin, zu sehen, wie viel ihnen das Wenige bedeutet, das sie haben – und wie sehr sie einander bedeuten.
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Nahezu ihr ganzes Leben mussten die Schwestern Bleki und Folti im Tierheim verbringen. Ein Leben hinter Gittern, die einzige Abwechslung ist der tägliche Freilauf für wenige Minuten am Tag. Ein Leben, in dem die beiden nicht viel kennen lernen durften. Die Beiden sind unzertrennlich, sie schlafen immer zusammen, brauchen die Nähe des anderen und sollen deshalb nur zusammen vermittelt werden. Folti ist schwarz und hat einen weißen Latz, Bleki ist schwarz mit dunkel brauner Zeichnung
Bleki und ihre Schwester sind zwei freundliche Hunde, mögen Menschen und klettern gerne auf den Schoß, schließlich hat man da unter all den vielen Hunden die besten Chancen auf Streicheleinheiten. Da sie nicht viele Menschen kennen lernen konnten sind sie schüchtern und zurückhaltend Fremden gegenüber, aber wenn sie merken, dass man es gut mit ihnen meint, trauen sie sich heran.
Ein Hund in einem ungarischen Tierheim hat es schon schwer, adoptiert zu werden. Ein dunkler Hund noch schwerer, gleich zwei dunkle Hunde, die zusammen bleiben wollen, haben so gut wie keine Chance, das Tierheim jemals zu verlassen..
Die drei Geschwister, Folti, Bleki und Cifra wurden als Welpen in in einem fest verschlossenen Karton in den Straßengraben geschmissen.
Gott sei Dank haben die Kleinen irgendwann den Karton aufgenagt, sind aus dem Graben geklettert und wurden von den vorbeifahrenden Tierheimleuten entdeckt.






