Timmy hat seine Menschen gefunden
Timmy hatte das große Glück und durfte am 10.1.26 in eine Pflegefamilie nach Viersen reisen. Nach der langen Fahrt kam Timmy sichtlich gestresst an und fand am ersten Tag kaum zur Ruhe. Wie gut, dass es zwei Hundekumpel gibt, deren Verhalten er aufmerksam beobachtete und kopierte, und die ihm etwas Sicherheit gaben.
Am Anfang zeigte Timmy sich noch zurückhaltend und schreckhaft. Um ihn nicht zu verunsichern, wurde er zunächst nicht direkt angesprochen. Wenn die eigenen Hunde gerufen wurden, folgte Timmy ihnen meist und so konnte er ebenfalls fürs Herankommen mit Streicheln und Leckerchen belohnt werden.
An Tag drei entdeckte Timmy seine Stimme. Alles, was ihm unheimlich vorkam oder ihn erschreckte, wurde lautstark gemeldet. Gleichzeitig suchte er immer häufiger die Nähe seines Pflegefrauchens. Verlässt sie den Raum und kommt zurück, zeigt er echte Freude. Erscheint sie jedoch mit etwas in der Hand oder trägt plötzlich eine Jacke, ist ihm das nicht geheuer – und das teilt er dann deutlich mit.
Die ersten kurzen Spaziergänge hat Timmy mit Bravour gemeistert – zunächst in Begleitung eines souveränen Hundekumpels, später auch alleine. Auf der Straße zeigt er bisher keine Ängste, weder vor Autos noch gegenüber Passanten. Wird es einmal eng, weicht er einfach ein Stück zur Seite.
Auch das Autofahren in der Hundebox bereitet ihm keine Probleme. So durfte er sogar schon „Oma“ besuchen. In der fremden Umgebung blieb er in der Nähe seines Pflegefrauchens und döste entspannt vor sich hin.
Die Nächte schläft Timmy von Anfang an zuverlässig durch. Auch tagsüber findet er – genau wie seine Hundekumpel – sehr gut zur Ruhe und zeigt ein insgesamt ausgeglichenes Verhalten.
Das Bellen hat inzwischen deutlich nachgelassen. Viele Abläufe im Alltag hat Timmy schon als ungefährlich abgespeichert, und er beginnt, gelassener zu reagieren. Plötzlich auftretene Geräusche erschrecken ihn noch, aber er beruhigt sich deutlich schneller und sucht dann eigenständig den Kontakt zu den Menschen. Sehr unheimlich findet Timmy Menschen, die still im Raum stehen oder nur als Shilhouetten zu erkennen sind – in solchen Momenten grummelt er und läuft auch schon einmal bellend auf sie zu.
Im Großen und Ganzen ist Timmy aber recht unerschrocken. Auf Radio, Fernsehen oder Küchenmaschine reagiert er nicht. Selbst der Staubsauger ist ok, wobei Timmy sich doch lieber in ein anderes Zimmer verkrümelt. Timmy stiehlt mit Vorliebe Kissen und Decken von der Couch und auch wenn er mal von der herabfallenden Decke begraben wird, bleibt er ganz cool. Zufrieden liegt er danach auf seiner Deckenburg, umgeben von einigen Stofftieren.
Was die Sauberkeit betrifft, ist Timmy nahezu stubenrein. Er löst sich zuverlässig sowohl im Garten als auch auf Spaziergängen. Ein kleines Thema ist noch das Markieren, was jedoch innerhalb weniger Tage bereits stark nachgelassen hat. Hin und wieder vergisst er sich noch, aber die Tendenz ist klar positiv.
Wir wünschen uns für Timmy ein ebenerdiges Zuhause mit einem vorhandenen, souveränen Hundefreund. Seine Menschen sollten geduldig mit ihm sein und ihm durch ihr Verhalten und klare Strukturen Sicherheit geben.
Gerne kann Timmy nach Absprache auf seiner Pflegestelle besucht werden.
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Timmy wurde von Ancsa aus einer Tötungsstation gerettet, nachdem sein früherer Besitzer ihn dort abgegeben hatte – mit der Begründung, man könne nichts mit ihm anfangen. Seine Angst wäre ganz schlimm und man habe alles versucht.
Im Tierheim zeigte sich Timmy in den ersten Tagen tief traumatisiert, die Wochen in der Tötungsstation werden für ihn ein Horror gewesen sein. Wenn sich jemand nähert, erstarrt Timmy vor Angst und zittert fast ununterbrochen.
Doch Ancsa gibt ihm Hoffnung. Mit ruhiger Stimme und sanften Gesten zeigt sie ihm, dass Hände auch liebevoll sein können. Timmy beginnt langsam zu begreifen, dass er nicht mehr verletzt wird.
Als wir Timmy bei unserem Besuch im November 25 kennengelernt haben, saß er erstarrt wie ein Stofftier, ließ sich anfassen ohne eine Regung zu zeigen. Wir streichelten und massierten ihn sanft und erst als wir damit aufhörten, schaute er uns kurz an. Schnell stand der Entschluss, den Süßen auf Pflegestelle zu holen.
Mit anderen Hunden und auch Katzen versteht sich Timmy gut. In Tücsök fand Timmy im Tierheim einen Freund, mit dem er fröhlich spielte. Wir suchen Menschen mit ganz viel Geduld und Einfühlungsvermögen, die bereit sind, Timmy die Zeit zu geben, die er braucht. Menschen, die ihn nicht drängen, sondern ihn in seinem Tempo aus der Angst begleiten.















