Bea und ihr Hundefreund Janosh wurden am Rand einer Siedlung vom Hundefänger aufgegriffen. Die beiden streiften dort regelmäßig umher, liefen häufig auf der Straße und jagten aus Langeweile Radfahrern hinterher. Nachdem sich Anwohner beschwert hatten, wurden sie eingefangen. Zwar meldeten sich die Besitzer in der Tötungsstation, doch sie waren nicht bereit oder in der Lage, die anfallende Gebühr zu bezahlen. So blieben beide zurück, bis Ancsa sie schließlich übernahm.
Für Bea war die Sicherstellung eine große Belastung. Auch sie zeigte sich anfangs sehr ängstlich und verunsichert. In der neuen Umgebung wusste sie nicht, wie sie sich verhalten sollte, und reagierte auf Annäherung vorsichtig und zurückhaltend. Gleichzeitig suchte sie immer wieder die Nähe zu Janosh, der ihr ein Stück Orientierung gab.
Mit der Zeit begann Bea, sich langsam an den Alltag im Tierheim zu gewöhnen. Sie beobachtete viel, tastete sich vorsichtig heran und zeigte kleine Fortschritte im Kontakt zu vertrauten Personen.
Bei unserem Besuch im April begegnete sie uns Fremden schüchtern, aber freundlich. Leckerchen nahm sie behutsam an. Ausgestreckten Armen, um Kontakt aufzunehmen, wich sie aus. Als wir eine Weile auf dem Boden saßen kam sie im Freilauf vorsichtig heran und behutsam Kontakt auf. Ihr Verhalten zeigt, dass sie in der Vergangenheit nicht nur gute Erfahrungen mit Menschen gemacht hat – Bedrohung, Verjagen, das Einfangen durch den Hundefänger und die Zeit in der Tötungsstation haben sie traumatisiert. Trotz ihrer Unsicherheit zeigte Bea in keiner Situation Aggression und verhielt sich auch beim tierärztlichen Check-up ruhig und kooperativ. Ihr Verhalten gegenüber ihren Bezugspersonen war deutlich entspannter, aber sie zeigte schnell unterwürfiges Verhalten.
Die Zeit des Freilaufs ist für Bea und Janosh eindeutig der Höhepunkt des Tages. Die beiden sausten begeistert herum und spielten ausgelassen miteinander – Lebensfreude pur.
Für Bea suchen wir einfühlsame Menschen, die ihr Zeit geben, Vertrauen aufzubauen, und die ihr mit Geduld, Ruhe und klarer Orientierung Sicherheit vermitteln. Eine eher ruhige Wohngegend und ein sicher eingezäunter Garten würden ihr den Start erleichtern und ihr ermöglichen, in ihrem eigenen Tempo anzukommen. Ein Hundefreund würde ihr die Eingewöhnung sicher erleichtern.






