Tücsök ist ein Angsthund und sucht ein ganz besonderes Zuhause.
Tücsök ist einer dieser Hunde, deren Geschichte Fragen aufwirft. Niemand weiß, woher er kam oder was er durchmachen musste. Eines Tages lief er voller Panik in der Stadt Gyula umher. Schließlich fand er verängstigt und völlig erschöpft einen Rückzugsort in einem privaten Garten.
Die Bewohner versuchten Tücsöks Vertrauen zu gewinnen und fütterten ihn. Doch die Erlebnisse seiner Vergangenheit saßen tief, und jeder Annäherungsversuch versetzte ihn in große Angst. Bei dem Versuch, ihn in die Ecke zu drängen und zu greifen, schnappte Tücsök panisch um sich.
Leider fragten die Leute nicht im Tierheim um Hilfe, sondern besorgten sich einen Fangstab mit Schlinge um ihn einzufangen, denn einen bissigen Hund wollten sie nicht länger im Garten haben.
Ancsa nahm Tücsök bei sich auf und mit viel Geduld und in winzigen Schritten macht Tücsök seitdem Fortschritte. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, was dem süßen Dackelrüden wiederfahren ist, dass er so nachhaltig traumatisiert wurde.
In den ersten Tagen im Tierheim erstarrte er förmlich, zitterte wie Espenlaub und knurrte, sobald ein Mensch auch nur in seine Nähe kam oder ihn ansah.
Wir haben Tücsök bereits zwei mal im Tierheim besucht. Beim zweiten mal war eine deutlich positive Entwicklung zu beobachten. Der Süße sucht von sich aus nach wie vor keinen Kontakt zu Menschen, hält ein Näherkommen mittlerweile aber aus. Wenn man sich ruhig neben ihn setzt, hört er nach einer Weile auch auf zu knurren und kann zunehmend entspannen. Er braucht einfach viel Zeit, um zu vertrauen. Für eine Einschätzung haben wir ihn „bedrängt“ und behutsam gestreichelt, als er nicht knurrte. Tücsök beißt nicht mehr um sich, hat gelernt, dass die Hand des Menschen nicht unbedingt negativ ist. Als die Hand weggenommen wurde, hat er sogar hinterher geschaut.
Mit seiner Bezugsperson ist Tücsök deutlich entspannter, sie darf ihn auch hochnehmen und tragen.
Wirklich glücklich ist Tücsi, wenn er mit seinen Hundefreunden herumrennen und spielen kann. Hier blüht er richtiggehend auf und man sieht einen ganz normalen jungen Dackelrüden. Leider ist diese Quality-Time nur sehr begrenzt und 23,5 Stunden am Tag sitzt er in einem kargen Zwinger. Ein Zuhause mit ein oder mehreren Hundefreunden wäre für Tücsi ideal. Hier könnte er sich an seinen Freunden orientieren, Verhalten kopieren und beobachten, wie schön es ist, mit Menschen zu interagieren.
Nach dem Motto „Alles kann, nichts muss“ sollte man ihm die Zeit lassen, die er braucht, um von sich aus den Kontakt zu suchen. Wir suchen geduldige und verständige Menschen, die akzeptieren, dass Tücsök aktuell keinen Körperkontakt möchte und die Knurren nicht als böse, sondern als Kommunikion verstehen. Werden seine Grenzen nicht respektiert, würde Tücsök im letzten Schritt auch beißen.








