Groß. Schwarz. Und voller Liebe, für die sich noch niemand die Zeit genommen hat.
Irgendwo an einer ungarischen Landstraße. Kein Chip. Niemand, der nach ihm suchte. Ein großer, schwarzer Hund, der immer wieder über die Fahrbahn lief, als würde er auf jemanden warten, der nie kam.
Als Ancsa ihn schließlich fand, lag er ruhig im Gras.
Als hätte er sich damit abgefunden.
Nemo ist zwei Jahre jung. Über 60 cm groß. Schwarz. Alles, was die Vermittlungsstatistiken hart macht. Große schwarze Hunde warten länger. Viel länger. Das ist keine Meinung, das ist bittere Realität in der Tierschutzwelt.
Und es ist so ungerecht.
Denn wer Nemo einmal begegnet, versteht sofort: Dieser Hund hat mehr Liebe zu geben, als in seinen großen schwarzen Körper hineinpasst. Er sucht die Nähe von Menschen mit einer Wärme, die einem den Atem verschlägt. Er freut sich. Aufrichtig. Vollständig. Mit dem ganzen Körper.
Manchmal vergisst er dabei, wie groß er eigentlich ist, und versucht sich einfach auf den Schoß zu quetschen.
Weil er dazugehören will. So sehr.
Wir denken, dass Nemo ganz bewusst in der Nähe des Tierheims ausgesetzt wurde. Er wartet. Nicht verzweifelt, nicht kaputt. Aber er wartet auf das, was ihm weggenommen wurde:
Ein Zuhause. Menschen, die bleiben.
Vielleicht bist du das? Vielleicht kennst du jemanden, der es sein könnte?






