Europa schützt seine Tiere – endlich einheitlich und verbindlich.
Am 28. April 2026 hat das Europäische Parlament in Straßburg mit großer Mehrheit für die neue EU-Verordnung zum Wohlergehen von Hunden und Katzen gestimmt, das sogenannte „Cats and Dogs Proposal“. Der Deutsche Tierschutzbund, der den Prozess in den vergangenen zweieinhalb Jahren intensiv begleitet hatte, bezeichnet die Verordnung als einen Meilenstein für den Tierschutz in Europa.
Was ändert sich konkret?
Künftig müssen alle Hunde und Katzen in der EU mit einem Mikrochip gekennzeichnet und in einem Haustierregister registriert werden. Diese Maßnahme soll den illegalen Tierhandel und das Aussetzen von Tieren erschweren sowie die Rückführung von entlaufenen Tieren erleichtern. Für Tierheime, Händler und Züchter gilt eine Übergangsfrist von vier Jahren. Für privat gehaltene Hunde beträgt diese zehn Jahre, für Katzen in Privathand 15 Jahre.
Die Verordnung verbietet außerdem die Zucht zwischen eng verwandten Tieren sowie Zuchtpraktiken, die auf übertriebene körperliche Merkmale mit Gesundheitsrisiken abzielen. Auch Verstümmelungen von Hunden und Katzen für Shows, Ausstellungen oder Wettbewerbe werden untersagt.
Was bleibt kritisch zu sehen?
Trotz der Freude über das Abstimmungsergebnis weist der Deutsche Tierschutzbund auf einige Schwächen hin: Manche Regularien für Züchter gelten erst ab dem dritten Wurf, was ein Schlupfloch für unseriöse Züchter darstellt. Zudem fallen Katzen auf landwirtschaftlichen Betrieben nicht unter die Verordnung. Die Vorgaben gegen Qualzucht bleiben bislang relativ unkonkret, sollen aber über weitere Verordnungen präzisiert werden.
Wie geht es weiter?
Das Parlament hat mit seiner Abstimmung einen wichtigen Schritt vollzogen. Der Rat der EU-Staaten muss die Verordnung noch formell bestätigen, bevor sie mit den entsprechenden Übergangsfristen in Kraft tritt.
Für uns als Tierschutzverein ist das eine erfreuliche Nachricht: Einheitliche europäische Standards bei Haltung, Zucht und Handel sind ein wichtiger Schritt gegen den illegalen Welpenhandel und für mehr Tierschutz in ganz Europa. Wir werden die weitere Umsetzung der Verordnung aufmerksam verfolgen.
Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.






