Er hat gelernt zu misstrauen. Jetzt lernt er, wieder zu vertrauen.

Zwei Jahre alt, traumatisiert, und voller stiller Hoffnung – Janosh wartet auf seine zweite Chance.

Janosh wurde nicht aufgegeben, weil er schwierig war. Er wurde aufgegeben, weil eine Gebühr zu viel war.

Stell dir vor, du kennst nichts anderes als die Straße. Du läufst, du suchst, du bist einfach da – bis eines Tages ein Fremder kommt und alles endet. Kein Zuhause, kein Rudel, nur ein winziger Zwinger. Und die Menschen, die dich hätten holen können, kommen zwar, schauen dich an – und gehen wieder.

Janosh hat das erlebt. 

Was danach in ihm vorging, können wir nur ahnen. Im Tierheim zog er sich bei jeder Annäherung zurück, verschwand in seiner Hütte, beobachtete die Welt durch misstrauische Augen. Sein Körper trug, was Worte nicht beschreiben können: die Summe all der Male, in denen Menschen keine gute Nachricht für ihn waren.

Aber Janosh hat nicht aufgehört zu hoffen. Ganz leise, ganz vorsichtig.

Er hat einer Person vertraut. Nur einer, zunächst. Und heute wedelt er, wenn sie kommt. Nimmt Leckerchen an. Lässt sich berühren. Das klingt nach wenig – für Janosh ist es alles.

Bei unserem Besuch im April blieb er schüchtern, hielt Abstand, beobachtete uns genau. Kein Knurren, kein Zähnezeigen, keine Aggression. Nur ein Hund, der gelernt hat, vorsichtig zu sein – und der trotzdem noch da ist. Noch offen. Noch bereit.

Fellfreunde Er hat gelernt zu misstrauen. Jetzt lernt er, wieder zu vertrauen.
Janosh braucht kein perfektes Zuhause. Er braucht ein geduldiges.

Ruhige Umgebung, überschaubare Reize, ein sicher eingezäunter Garten, in dem er ankommen darf, ohne sofort funktionieren zu müssen. Menschen, die nicht erwarten, dass er von Anfang an der fröhliche Familienhund ist – sondern die bereit sind, Schicht für Schicht sein Vertrauen zu gewinnen.

Janosh ist ein Mischling, zwei Jahre alt, kastriert, herzwurm-negativ,30 cm Schulterhöhe – klein an Körper, groß an dem, was er noch zu geben hat.

Er versteht sich gut mit Hündinnen und hat eine Bezugsperson, die ihm gezeigt hat: Menschen können auch gut sein.

Er wartet auf jemanden, der ihm das ein zweites Mal zeigt.

Jetzt mit Ihren Freunden und Bekannten teilen