Was ein Mensch wegwarf, hat eine Hündin mit allem verteidigt, was sie hatte.
Es war Anfang Januar. Die Temperaturen fielen tief in den zweistelligen Minusbereich. Irgendwo am Rand eines Feldes in Ungarn stand eine Hündin, deren Gesäuge verriet, dass sie Mutter war. Ein Autofahrer, der zufällig vorbeikam, ahnte: Hier stimmt etwas nicht.
Er hatte recht.
Die Tierschützer fanden die Welpen unter einem Gebüsch, eng aneinandergekauert, zitternd, winselnd vor Kälte. Ihre Mutter war nicht bei ihnen. Sie war auf Futtersuche. Mitten im tiefsten Winter. Für ihre Kleinen.
Als Fay zurückkehrte, ließ sie sich widerstandslos sichern. Fast schien es, als wäre sie erleichtert. Als hätte sie lange genug alleine gekämpft.
Fay wurde vermutlich trächtig ausgesetzt. Jemand hat diese Hündin, die damals gerade erst im Dezember ein Jahr alt geworden war, zurückgelassen. Trächtig. Im Winter. Und trotzdem hat sie ihre Welpen durch die Kälte gebracht.
Seitdem lebt sie auf einer ungarischen Pflegestelle, umsorgt und in Sicherheit.
Wer Fay kennenlernt, versteht schnell, warum wir uns beim Besuch im April sofort in sie verliebt haben. Sie ist sanftmütig. Freundlich. Offen. Als wir den Zwinger öffneten, sprang sie freudig heraus, suchte sofort Nähe und ließ sich ausgiebig kuscheln. Kein Zögern, kein Misstrauen. Nur diese herzliche, bedingungslose Freude über menschliche Zuwendung.
Sie drückte sich fest an uns. Genoss jede Berührung. Blieb dabei ruhig und ausgeglichen.
Diese Hündin hat im ersten Jahr ihres Lebens mehr durchgemacht, als viele Hunde in einem ganzen Leben. Und doch hat sie kein Gramm Bitterkeit. Nur Wärme.
Fay ist ein Mischling, etwa 50 cm Schulterhöhe, mit einer vermutlich angeboren verkürzten Rute. Sie lebt aktuell noch mit ihren Welpen zusammen und wartet in Gyula, Ungarn, auf ein dauerhaftes Zuhause in Deutschland.






